Energie

Damit unser Körper funktioniert, braucht er Energie und Nährstoffe. Beides führen wir ihm mit der Nahrung zu. Beim Essen zerkleinert der Verdau­ungs­apparat von den Zähnen bis zum Darm die Nahrung und spaltet sie in ihre Bestandteile auf.

Bei den anschlies­senden Stoff­wechsel-Reaktionen wandeln die Zellen Nahrungs­teilchen in Energie um und gewinnen Nährstoffe daraus. Eine Scheibe Brot und ein Stück Käse liefern uns Energie in Form von Kohlen­hy­draten, Eiweissen und Fetten.

Je nach Lebens­um­ständen und körper­lichen Voraus­set­zungen brauchen wir Menschen unter­schiedlich viel Energie. Wir müssen abwechs­lungsreich essen, damit der Körper mit allen nötigen Nährstoffen versorgt ist.

Energie © Paula Troxler

Energie­bedarf

Der Energie­bedarf bemisst sich in Kalorien. Pro Tag braucht eine Person 2000 bis 4000 Kiloka­lorien (kcal). Darin ist der Grund­umsatz enthalten – die Energie, die wir für alle Körper­funk­tionen brauchen. Hinzu kommt der Leistungs­umsatz. Er steigt, je mehr wir uns bewegen. Immer mehr Menschen arbeiten im Sitzen. Sie brauchen weniger Energie als jene, die körperlich arbeiten. Doch nicht nur der Lebensstil beein­flusst den Energie­bedarf, sondern auch Alter, Geschlecht, Krankheit oder Schwan­ger­schaft sowie Veran­lagung. Über die körper­lichen Bedürfnisse hinaus befriedigen wir mit Essen auch Gefühle: Muttermilch etwa gibt Babys Gebor­genheit, Mahlzeiten mit anderen spenden Gemein­schaft. Gerät der biolo­gische Regelkreis von Hunger und Sättigung durch­einander, kann Essen krank machen.

Makro­nähr­stoffe

Makro­nähr­stoffe sind Nahrungs­be­standteile, die Energie liefern. Dazu gehören Kohlen­hydrate, Eiweisse und Fette. Auch aus Alkohol kann der Körper Energie gewinnen. Der Brennwert der Nahrung gibt die Energie­dichte in Kiloka­lorien (kcal) an, die der Stoff­wechsel verfügbar macht.
Bei vollwertigen Mahlzeiten sollte die Energie mindestens zur Hälfte von Kohlen­hy­draten stammen, bevorzugt aus ballast­stoff­reichen Lebens­mitteln. Fett sollte maximal 40 Prozent der Energie liefern. Der Bedarf an Eiweiss hängt vom Körper­gewicht ab. Erwachsene benötigen 0,8 g Eiweiss pro Kilogramm.

Mikro­nähr­stoffe

Vitamine, Mineral­stoffe und Spuren­elemente sind Mikro­nähr­stoffe, von denen der Körper zwingend kleine Mengen braucht. Wir können sie nicht selbst herstellen, müssen sie also mit der Nahrung aufnehmen. Mikro­nähr­stoffe brauchen wir etwa für die Zellteilung oder für ein funktio­nie­rendes Nerven­system.

Blutzu­cker­spiegel

Nach dem Essen ändern sich die Blutzu­ckerwerte, doch unter­scheiden sich die Reaktionen von Mensch zu Mensch. Eine Banane lässt beim einen den Blutzucker ansteigen, während sie ihn bei einem anderen kaum verändert. Bewegung, Ernährung und Schlaf prägen die Blutzu­cker­re­ak­tionen. Auch die Zusam­men­setzung der Darmbak­terien beein­flusst die Reaktionen des Blutzuckers. Darmbak­terien brauchen wir beim Verdauen: Sie produ­zieren Enzyme, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Ein Fünftel der Energie nehmen wir über Darmbak­terien auf.

Darmbak­terien

In unserem Dickdarm leben bis zu 100 Billionen Bakterien. Mit Hilfe dieses so genannten Mikrobioms verdauen wir Nahrungs­be­standteile wie Ballast­stoffe. Darmbak­terien helfen, Vitamine zu produ­zieren und Krank­heits­erreger abzuwehren. Die Ernährung beein­flusst das Mikrobiom: Eine ballast­stoff­reiche Kost fördert seine Vielfalt, was einem gesunden Stoff­wechsel zugutekommt.

Stoff­wechsel

In jeder Zelle unseres Körpers laufen ununter­brochen tausende chemische Reaktionen ab. Der Stoff­wechsel, die Nahrung, die wir zu uns nehmen, und die Luft, die wir einatmen, halten diese Reaktionen am Laufen. Die verdauten Nahrungs­be­standteile gelangen mit dem Blut in die Zellen. Diese bauen neue Körper­be­standteile auf und beseitigen Abfall­stoffe. Im Stoff­wechsel gibt es zwei Grund­vorgänge: katabole und anabole Reaktionen. 

Erstere wandeln komplexe Moleküle in einfachere um. Dabei wird Energie frei. Ein Beispiel: Teigwaren machen satt, denn sie enthalten Stärke. Der Verdau­ungs­apparat baut Stärke zu Glucose ab. Sie liefert dem Körper Energie. Der Stoff­wechsel zerlegt die Glucose weiter in Wasser und Kohlen­stoff­dioxid. Diese katabole Reaktion speichert kurzfristig Energie für andere Reaktionen. Anabole Reaktionen hingegen wandeln einfache Moleküle in komplexere um. Dafür braucht es Energie. Und wie weiss der Körper, welche Reaktionen gerade nötig sind? Enzyme steuern den Stoff­wechsel. Auch Hefe ist ein Enzym. Es sorgt dafür, dass der Brotteig aufgeht.

Kapitel Energie © M. Stollenwerk